"Die Sozialgerichtsbarkeit und die Entwicklung von Sozialrecht und Sozialpolitik in der Bundesrepublik Deutschland"

Themen der Nachwuchsgruppe

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt untersucht die Sozialgerichtsbarkeit als Arena für die Austragung sozialer Konflikte aus verschiedenen Blickwinkeln.

Drei Arbeiten konzentrieren sich auf das vorgerichtliche Geschehen in sozialrechtlichen Streitigkeiten und den Zugang zum Recht: Katharina Weyrich untersucht die vorgerichtliche, nichtanwaltliche und behördenunabhängige Beratung. Sozialrechtliche außergerichtliche Schiedsstellen werden von Michael Beyerlein erforscht. Solveig Sternjakob stellt in ihrer Dissertation die Frage nach der Einführung von überindividuellen (verbandlichen) Verfahrensrechten in das sozialgerichtliche Verfahren.

Drei weitere Vorhaben befassen sich mit den Abläufen innerhalb der sozialgerichtlichen Arena: Die Arbeit von Alexandra Richter konzentriert sich auf spezifische Akteure und deren Rolle innerhalb der Sozialgerichte, die ehrenamtlichen Richter. Die Dissertation von Simon Roesen befasst sich mit der sozialrechtlichen Rechtsprechung zum zulassungsüberschreitenden Einsatz von Arzneimitteln in der gesetzlichen Krankenversicherung (sog. Off-Label-Use). Die Rechtsprechung der Sozialgerichte ist auch der Ansatzpunkt der Arbeit von Katie Baldschun, die untersucht, wie bestimmte Begriffe das Sozialrecht prägen und im Streit darüber Konflikte ausgetragen werden.

Einen Beitrag zur Erforschung der Rolle der Sozialgerichtsbarkeit im Sozialstaat leistet Alice Dillbahner. Sie untersucht und vergleicht die Verknüpfung zwischen der Ausgestaltung des Wohlfahrtsstaates und der Ausgestaltung und Inanspruchnahme von Rechtsschutzverfahren am Beispiel der Absicherung bei Arbeitslosigkeit in Deutschland und Großbritannien.